Finishing 6 – DEL-Spieltage 5 & 6

Ein Eishockeyspiel beginnt mit den Starting 6, den Rückblick auf das DEL-Wochenende gibt es hier in den Finishing 6.

#1 #FURCHI1000

Mirko Lüdemann, Daniel Kreutzer, Niki Mondt, Patrick Köppchen und nun also auch Sebastian Furchner. Der 1000er-Club in der DEL ist um einen Spieler reicher geworden. Furchner feierte sein Jubiläum im Auswärtsspiel bei den Kölner Haien – dort, wo er seine DEL-Karriere 2002 begann.

https://twitter.com/grizzlys_wob/status/1177630949552644096?s=21

Furchner hat noch keine Deutsche Meisterschaft gewonnen, er wurde mit Köln 2003 und 2008 sowie mit Wolfsburg 2011, 2016 und 2017 jeweils Vizemeister. Beim Thema Vereinstreue machen ihm aber nur wenige Spieler in der Liga etwas vor. Teamkollege Christoph Höhenleitner ist sogar noch ein Jahr länger in Wolfsburg. Ligaweit gibt es sonst nur noch acht Spieler, die seit 2008 ununterbrochen das gleiche Trikot tragen: André Rankel, Florian Busch, Frank Hördler und Constantin Braun in Berlin, Daniel Pietta in Krefeld, Moritz Müller in Köln, Steffen Tölzer in Augsburg und Sandro Schönberger in Straubing.

Für Furchner wäre der nächste DEL-Meilenstein das 300. Tor, aktuell steht er bei 278. Am Wochenende sammelte er zwei Assists, die Grizzlys Wolfsburg verloren die Partien in Köln (2:4 ) und zu Hause gegen Augsburg (2:3) aber und rutschten in der Tabelle etwas ab. Hier die Einschätzung des Kollegen Jakob Schröder von der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung:

Das war definitiv eine Verschlechterung, mindestens aber Stagnation. Der Aufbau funktioniert kaum einmal im ersten Versuch kontrolliert, es sind eindeutig nicht alle ‘on the same page’. Die Defensive steht gut, die Gegentore fallen nach individuell falschen Entscheidungen mit der Scheibe. Aubin/Olimb/Rech spielen sehr stark, dahinter sucht Cortina noch nach passenden Formationen. Furchner/Festerling/Fauser sind bis jetzt blass, gerade Festerling enttäuscht aktuell noch. Sislo/Johansson/Machacek ist die Reihe der bisher Glücklosen. Hinten ist Button noch sehr unsicher, er muss mehr zeigen.

Jakob Schröder (Wolfsburger Allgemeine Zeitung) über das Wochenende der Grizzlys Wolfsburg

#2 MEISTER MANNHEIM IN DER SPUR

Der Start der Adler Mannheim war ein bisschen holprig. Das 1:2 nach Verlängerung gegen die Kölner Haie und vor allem das 2:7 gegen den EHC Red Bull München waren so gar nicht nach dem Geschmack von Pavel Gross. Die vergangenen drei Spiele hat der Meister aber gewonnen, die Adler sind im Soll.

Sicher wird es noch ein wenig dauern, bis alle neuen Spieler integriert sind. Eines ist schon jetzt zu erkennen: In Überzahl sind die Adler Mannheim wohl noch stärker als in der Vorsaison. Die Powerplay-Formation Lehtivuori/Smith/Plachta/Stützle/Huhtala ist dabei aktuell sogar besser drauf als die „erste“ Formation, die in der Vorsaison zu den besten der Liga gehörte. Der verletzte Markus Eisenschmid und Abgang Chad Kolarik werden dort aktuell durch Borna Rendulic und Jan-Mikael Järvinen ersetzt. Beim 2:1-Sieg in Ingolstadt erzielte Mannheim erstmals in dieser Saison kein Überzahl-Tor. Das wird wohl eine seltene Ausnahme bleiben.  

Sehr gut in Form sind Matthias Plachta, der im vierten Spiel in Folge punktete, und Ben Smith. Der Kanadier knüpft an die Form aus der Endphase der Vorsaison an, als er nur in einem der fünf Finalspiele gegen München ohne Scorerpunkt blieb, und harmoniert in seiner Sturmreihe gut mit Tommi Huhtala und Tim Stützle.   

#3 SCHNELL UMSCHALTEN REICHT NICHT: INGOLSTADT IST SCHLUSSLICHT

Seit dem 10:4-Kantersieg gegen die Schwenninger Wild Wings hat der ERC Ingolstadt fünf Spiele in Folge verloren. Das Torverhältnis in diesen Partien: 10:21. Das knappe 1:2 gegen die Adler Mannheim war ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings verhinderte Torwart Timo Pielmeier mit einigen starken Paraden auch eine höhere Niederlage.

Auffällig ist weiter das Ingolstädter Umschaltspiel, mit ihren Kontern können sie jedem Gegner in der Liga wehtun. Aber das alleine wird nicht reichen, um in dieser Saison erfolgreich zu sein. Ingolstadt muss – vor allem gegen defensiv spielende Gegner – einen Weg finden, mit Scheibenbesitz kontrolliert nach vorne zu kommen und sich Chancen zu erspielen. Gegen Mannheim klappte das am Sonntag kaum, auch die Konter waren selten gefährlich. Im Spiel zuvor gegen München hatte Ingolstadt noch zwei Tore nach Zwei-auf-eins-Situationen erzielt.

Sehr stark spielte am Sonntag gegen Mannheim neben Timo Pielmeier auch Fabio Wagner. Er hielt die Blaue Linie und arbeitete gut an der Bande, was immer wieder zu Scheibengewinnen führte.

#4 SCHWENNINGEN MIT POWER(PLAY) HINTEN RAUS

Die Schwenninger Wild Wings haben sich nach der 4:10-Klatsche gegen Ingolstadt und einem Null-Punkte-Wochenende zum Auftakt schnell gefangen. Sie stehen bei einem Spiel weniger als die Konkurrenz unter den Top10.

Ein Faktor für diesen frühen Turnaround ist das Powerplay der Wild Wings. Zehn Tore aus 22 Situationen, macht 45,45 %. Auffällig ist, dass von den zehn im Powerplay eingesetzten Spielern mit Marcel Kurth und Markus Poukkula nur zwei schon in der Vorsaison in Schwenningen waren. Die beiden Powerplay-Formationen sind also fast komplett neu zusammengestellt und trotzdem harmonieren sie schon gut.

Es hilft, einen Torjäger wie Jamie MacQueen im Line-up zu haben, der nicht lange fackelt und aktuell in überragender Form ist. Aber MacQueen hat in Überzahl auch schon vier Assists gesammelt und setzt immer wieder seine Mitspieler in Szene, wenn sich der Gegner zu sehr auf ihn konzentriert. Sechs verschiedene Torschützen im Powerplay hat Schwenningen, auf diese Zahl kommen sonst nur die Fischtown Pinguins.

Dazu haben die Wild Wings mit Dylan Yeo und Christopher Fischer die offensivstarken Verteidiger gefunden, die im Powerplay in den vergangenen Spielzeiten oft fehlten.

#5 VOAKES VS. SMITH: DIE DEL GREIFT FRÜH EIN

5. Spieltag der Saison 2018/19: Bremerhavens Chris Rumble checkt Nürnbergs Taylor Aronson, keine Sperre.

5. Spieltag der Saison 2019/20: Münchens Mark Voakes checkt Ingolstadts Colin Smith, zwei Spiele Sperre.

Früh in der Saison ein richtiges Zeichen. Smith fiel im ersten Spiel nach dem Check übrigens aus, Aronson verpasste in der Vorsaison fünf Spiele.

https://twitter.com/deloffiziell/status/1178015706815893504?s=21

#6 FINISHING UP

  • Sechs Spiele, sechs Siege, 18 Punkte. Der EHC Red Bull München baut seinen Startrekord weiter aus.
  • Fünf-Punkte Spiel von Jeremy Williams (zwei Tore, drei Assists), drei Assists von Mike Connolly, Tor und Assist von Stefan Loibl – Tom Pokel stellte die drei Stürmer beim 6:2-Sieg gegen die Kölner Haie wie zu Saisonbeginn 18/19 zusammen in einer Reihe auf, das Ergebnis kann sich sehen lassen.
  • Mit Lukas Reichel hat ein weiterer 17-Jähriger sein erstes DEL-Tor geschossen. Dazu traf auch Cedric Schiemenz (20) und DEG-Torwart Hendrik Hane (gerade 19 geworden) gewann seinen ersten Start in der DEL.
  • Auch wenn es für die Kölner Haie noch nicht läuft: Beim 4:2 gegen die Grizzlys Wolfsburg erzielte Sebastian Uvira seinen ersten DEL-Hattrick und Alexander Oblinger steuerte ein Tor bei. Beide scheinen an ihre guten Leistungen aus der Endphase der Vorsaison anzuknüpfen.
  • Alle sechs Spiele der Augsburger Panther endeten mit einem Tor Unterschied. Bei solch engen Spielen werden die Special Teams noch wichtiger. Die Panther kassierten beim 3:2-Sieg in Wolfsburg erstmals seit dem ersten Spieltag kein Gegentor in Unterzahl. Zwischendrin waren es neun Gegentore in vier Spielen gewesen, wenig erinnerte an das gute Penaltykilling aus der Vorsaison.
  • Die Straubing Tigers mussten am Sonntag auf Jeff Zatkoff verzichten, die Krefeld Pinguine auf Jussi Rynnäs. Ein längerer Ausfall ihrer Nummer eins könnte beide Mannschaften vor Probleme stellen.  
  • Ein kurzer Blick nach Nordamerika: Moritz Seider wird erst einmal in der AHL bei den Grand Rapids Griffins spielen. Nicht ungewöhnlich für junge Verteidiger. Nicht ungewöhnlich für junge Spieler aus der Organisation der Detroit Red Wings.

Das war’s mit den Finishing 6. Bis nächste Woche. Habe die Ehre.